Störvariablen

Organisatorisches

Semesterplan

Sitzung Datum Sitzungstitel
1 02.11.2020 Warum wissenschaftliche Psychologie
2 28.11.2020 29.11.2020 Hypothesen und der Prozess der Hypothesenprüfung
3 28.11.2020 29.11.2020 Experimentelles Vorgehen
4 28.11.2020 29.11.2020 Literaturrecherche
5 28.11.2020 29.11.2020 Operationalisieren und Messen
6 12.12.2020 13.12.2020 Experimentelle Versuchspläne
7 12.12.2020 13.12.2020 Störvariablen im Experiment
8 12.12.2020 13.12.2020 Nicht-experimentelle Versuchspläne
9 12.12.2020 13.12.2020 Material und Stichprobe
10 23.1.2021 24.1.2021 Auswertung, Darstellung und Interpretation
11 23.1.2021 24.1.2021 Ethische Probleme im Versuch
12 23.1.2021 24.1.2021 Publikationsprozess
13 wird noch bekannt gegeben Vorstellung der Gruppenarbeiten
14 wird noch bekannt gegeben Klausurvorbereitung

Wiederholung

Mehrfaktorielle Versuchspläne

Tab. 10:
UV B
Stufe b1Stufe b2Stufe b3
UV AStufe a1AV1.a1b1AV1.a1b2AV1.a1b3
Stufe a2AV1.a2b1AV1.a2b2AV1.a2b3
Tab. 11:
Substanz
CannabisKoffeinAlkohol
Ausnüchterungkeined2d2d2
Ohrfeiged2d2d2

Varianz - Freund und Feind

Varianz der abhängigen Variable

Sehr wenig Varianz

Graue Flecken an den Kreuzungen

Tab. 12:

Sehr viel Varianz

Die Attraktivität dieses Mannes

Varianzanteile

Beispiel: Evaluation einer neuen Therapie für Depression

Wir überprüfen die Wirkung einer neuen Therapie

  • Unabhängige Variable: Interventionsform (Warten vs. Therapie)

  • Abhängige Variable: Wert im Depressionsfragebogen nach 5 Wochen

Störvariablen

Konfundierung

Konfundierung: Kovariieren die Stufen einer UV und die Ausprägungen einer Störvariable, so ist die UV mit der SV konfundiert. Die Wirkung der UV kann dann nicht mehr getrennt von der Wirkung der SV gemessen werden.

Lässt sich eine Konfundierung nicht vermeiden, kann das Experiment nicht durchgeführt werden, bzw. hat eine reduzierte Aussagekraft (je nach Schwere der Konfundierung).

Wird eine Konfundierung im nachhinein entdeckt, so ist das Experiment unbrauchbar, bzw. kann nicht mehr im ursprünglichen Sinne interpretiert werden.

Arten von Störvariablen

  • Variablen der Vp (Organismusvariablen)

    • Alter, Geschlecht, Extraversion, Intelligenz, Schulbildung, Vorerfahrungen mit psychologischen Untersuchungen oder mit verwendetem Testmaterial, etc.

Kontrolle von Störvariablen der VPn

Parallelisieren:

  • Störvariable ist im Mittel in allen Gruppen unter allen Bedingungen gleich ausgeprägt

Matching:

  • In jede Gruppe / Bedingung wird einer von zwei Matchingpartnern gelost, der die gleichen Ausprägungen der Störvariablen hat

Randomisieren:

  • Bei großen Gruppen geht man davon aus, dass bei zufälliger Verteilung der Personen auf Gruppen, Bedingungen die Störvariablen im Mittel gleich ausgeprägt sind

Abhängige Desings

  • Abhängige UVs stellen eine sehr starke Art der Kontrolle von aus dem Organismus resultierenden Störvariablen dar

Störvariablen in abhängigen Designs

  • Positionseffekte

    • Ermüdungseffekte

    • Test-Effekte

    • Spontanheilung

  • Carry-Over-Effekte

    - Reaktivitäts-Effekte
    
    - ...
  • (un-)vollständiges Ausbalancieren

    • funktioniert natürlich nicht bei Carry-Over-Effekten
  • Eliminieren der Störvariable

  • Wechsel in unabhängiges Design

Arten von Störvariablen

  • Variablen der Untersuchungssituation

    • Versuchsleiter (VL): Geschlecht, Aussehen, Freundlichkeit, etc.

    • Untersuchungsraum: Lichtverhältnisse, Lärmbelastung, Einrichtung, Größe, Farbwahl, etc.

    • Instruktionen: Sprache, sprachliches Niveau, spezielle Formulierungen, etc.

    • Testaufgaben: bestimmte Eigenschaften

    • Fragen: Reihenfolge, Formulierungen, etc. etc.

Kontrolle von Störvariablen der Untersuchungssituation

Elimination:

  • Störvariable völlig ausschalten

Konstanthalten:

  • Störvariable für Dauer des Versuches Konstant halten
    - Vorsicht: Generalisierbarkeit evtl. eingeschränkt

Zufallsvariation:

  • Zufällige Zuteilung der Versuchsbedingungen auf ‘Störvariablen-Stufen’

Einführung einer Kontrollgruppe:

  • Kontrolle von Veränderungen über die Zeit
  • Kontrolle von reaktiven Effekten der Vorhermessung

Arten von Störvariablen

  • Variablen der sozialen (Untersuchungs-)Situation

    • Versuchsleiter (VL): Organismusvariablen und Verhalten, Erwartungen.

    • Versuchsperson (Vp): z.B. Erwartungen, Motivation Versuchssituation: Umgebung, andere Vpn…

Kontrolle von Störvariablen

Erwartungseffekte

  • Rosenthal-Effekt

  • Placebo-Effekt

  • Aufforderungsvariablen

  • Soziale Erwünschtheit

Übung

Erwartungseffekte

  • Nocebo-Effekt

  • Versagensangst

  • Andorra-Effekt

  • Hawthorne-Effekt

Kontrolle von Störvariablen des VL

Standardisierung der Versuchsbedingungen:

  • festgelegte Abläufe und Verhaltensweisen verringern den Spielraum für Ausdruck von Erwartungen durch den VL

Ausschalten des VL:

  • Verringerung des persönlichen Kontakts in kritischen Phasen des Experiments

Training des VL:

  • Insbesondere Standardisierung von non-verbalem Ausdruck

Manipulation der Erwartungen des VL:

  • bei mehreren VLn, kann die Erwartung des VL systematisch variiert und untersucht werden

VL-Blindversuch und Doppelblindversuch:

  • kennt der VL die aktuelle Versuchsbedingung nicht, können seine Erwartungen nicht systematisch wirksam werden